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  • Judith Postler -unabh. Stampin' Up! Demonstratorin
  • & Kreativcoach aus Götzis
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Adventsmarkt in Götzis

So, ich habe meinen ersten Außenadventsmarkt hinter mir. Ich hatte ja erst Probleme einen Markt zu finden, der nicht hohe Standgebühren hatte, und in meiner Nähe war. Schließlich habe ich mich für den Adventsmarkt im Garnmarkt entschieden und war froh, auch gleich eine Zusage bekommen zu haben. Als dann drei Wochen vorher der Standplan versendet worden ist, war die Begeisterung gleich geringer: Mein Stand war am Ende einer Seitengasse, weitab von den Hauptwegen der potentiellen Einkäufer, denn da es sich um einen Adventsmarkt einer Flaniermeile haltet, fand dieser an 2 Einkaufstagen statt.

1. Teil: Die Vorbereitung

Da ich bereits ein paar Innenmärkte mitgemacht habe, hatte ich bereits einen Grundstock für einen Stand. Was ich nicht hatte war eine Wetter- und Kältefeste Ausrüstung für mich selbst. Also besorgte ich mir Thermounterwäsche und bereitete mich vor entsprechend viele Schichten anzuziehen. Als dann klar wurde, dass das Wetter auf alle Fälle nass werden würde, gingen drei Abende damit drauf, meine gefertigten Werke nochmals Wasserdicht zu verpacken. Ich dachte, damit schonmal etwas besser vorbereitet zu sein. Wie falsch ich lag, sah ich dann später.

Erste Weisheit: Thermounterwäsche hält nur für max 1 Stunde wirklich warm, wenn man sich kaum bewegt.

2. Teil: Aufbau und erster Tag

Ich hatte diesen Markt auch ausgesucht, weil er bereits Stände aufbauen lies, dich auch gut beleuchtet waren. Das war ein Vorteil. Mein Nachteil: Die Stände hatten “nur” ein Dach, keine Seitenwände. Und da mein Stand er letzte an einer Ecke war, bekam ich das Wetter ungebremst auf 1/4 meiner Standfläche drauf geblasen. Ach ja Wetter: Temperaturen von 3 Grad mit Regen und (Gott sei Dank) nur  wenigem Wind. Der wenige hat aber gereicht um wie gesagt ein Viertel meiner Verkaufsfläche einzuweichen. Was mich zu einer weiteren Weisheit bringt:

Zweite Weisheit: Papiertischdecken sind nichts für einen Außenweihnachtsmarkt.

Meine war am besagten Ende nach einer dreiviertel Stunde komplett aufgeweicht, sodass ich den Teil kurzerhand abgetrennt habe und die Tischplatte ohne Abdeckung ließ. Aber auch so hat der Regen meine Schaustücke, die ich unverpackt gelassen habe, ruiniert.

Dritte Weisheit: Schaustücke gehören in die Tischmitte und nicht an den Rand.

Soweit , so gut. Ich bin wie vom Veranstalter geschrieben um acht also gekommen und war erstmal eine ganze Weile die einzige die aufgebaut hat (mit der Hilfe meines Mannes). Um halb zehn musste er denn Bwieder nach Hause, um die Dinge zu holen die ich vergessen hatte (oder an die gar nicht gedacht hatte).  Ich stand also da, sah mit wachsender Panik zu wie der Regen sich immer weiter in die Mitte meines Standes saugte, und sah zu, wie die anderen Leidensgenossen der Seitengasse aufgebaut haben. Neben mir ein Likörstand (mit echt lecker Likören), danach ein Händler mit Naturkosmetik. Mir gegenüber ein Stand für Edelsteine, ein Mützen- und Kinderbekleidungsstand und ein Fellhändler. Alle waren über den Standort nicht glücklich.

Dann fing das Warten an.  Ich hatte extra keine langen Erklärungen zu 15-Minuten-Weihnacht, Schneemannsuppe und Wellnesstüten geschrieben, sondern nur die Namen auf Schilder zu dem Produkten gepinnt, um einen Ansatz zu haben ins Gespräch zu kommen. Das lief etwas zäh.

Vierte Weisheit: Thermounterwäsche hält beim rumstehen nicht lange warm.

Ich habe eine Weisheit von einem Marktschreier mitbekommen. Das wichtigste ist, den Lauffluss zu unterbrechen. Solange die Kunden vorbeilaufen, kannst du nichts verkaufen. Der Likörstand und die Naturkosmetik schafften das Wunderbar. Mein Versuch, die Kunden mit Lebkuchen zu meinem Stand zu locken, weniger. So ging der Tag weiter. Wenn nicht meine Freunde vorbeigekommen wären, hätte der erste Tag echt mau ausgesehen. Um 18 Uhr ,als es dann auch angefangen hat zu winden und Schneeregen sich über den gesamten Stand verteilt hat, habe ich eine Stunde früher gepackt und bin gegangen. Und das mit der Absicht, nur nochmals zu kommen wenn das Wetter ideal sein sollte. Mein Mann war so vorrausschauend, hat das Badezimmer beheizt, sodass ich erst mal in der Badewanne auftauen konnte.

3. Teil Zweiter Tag: Warum nicht immer so?

So schlimm der erste Tag hier auch klingt, so toll war der zweite Tag: Zum einen war das Wetter ideal. Es hatte in der Nacht geschneit, der Tag war nur leicht bewölkt und kaum windig. Hin und wieder schneite es, aber da es kälter war, waren es leichte Flocken, die sich einfach runter wischen ließen und nicht den Stand unter Wasser setzten.

Es waren viel mehr Leute unterwegs und diese waren viel eher bereit stehen zu bleiben. Ich war weniger schüchtern und konnte die Leute eher ansprechen, und ich habe meinen Stand so umgebaut, dass die “Eyecatcher” besser im Blickfeld waren.  Ich habe am zweiten Tag den vierfachen Umsatz vom ersten Tag gemacht, mit vielen netten Leuten gesprochen und viele Komplimente für die Werke erhalten. Letztendlich waren fast alle Waren verkauft, den Rest habe ich hübsch verpackt meinen Kolleginnen in der Arbeit vorbereitet, damit sie auch eine Kleinigkeit zu Weihnachten bekommen.

Werde ich nochmals bei einem Weihnachtsmarkt mitmachen?

Wenn ich einen finde, wo ich drinnen Verkaufen kann, ja. Draußen ist es mit unseren Produkten einfach nicht sinnvoll. Auf jeden Fall habe ich mehr gelernt und festgestellt, dass man unter Marktständlern einfach gute Kollegen sein kann. So oft, wie meine Nachbarn auf meinen Stand geschaut haben, als ich mal auf die Toilette musste (und mich dabei auch wieder etwas auftauen), und wie viele nette Gespräche ich geführt habe, so hoffe ich dass es auch bei anderen Märkten zugeht.

Einen schöne dritten Advent euch,

 

2 Kommentare

  1. Na das klingt doch super – vor allem der 2. Tag 😉
    Glückwunsch dass das Wetter dann doch so gut mitgespielt hat und du für fast alles ein neues Zuhause gefunden hast! 🙂

    • Danke 🙂 . Ich denke mit etwas Übung könnte ich auch eine Marktverkäuferin werden.

Kommentare sind geschlossen.