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  • Judith Postler -unabh. Stampin' Up! Demonstratorin
  • & Kreativcoach aus Götzis
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Basics für jeden – richtig stempeln

So, jetzt kommt nach all den Grundlagen endlich die Einführung in die eigentliche Stempelei. Es geht hier darum, euch Tipps zu geben, die auch mir geholfen haben meine Stempelabdrücke sauber hinzubekommen. Die Tipps allein ersetzten aber nicht die Übung. Auch die besten unter uns kreativen Demonstratoren müssen manche Motive mehrfach stempeln, um den perfekten Abdruck zu bekommen.

Gut vorbereitet

Bevor man mit dem eigentlichen Stempeln loslegt, empfehle ich ein paar vorsagende Handgriffe:

  1. Habe ich alle Materialien vorbereitet? – nichts verdirbt einem der Spaß, wenn man nicht die richtigen Stempelblöcke, Stempelkissen und Papiere (ein Schmierpapier für Probeabdrücke und das eigentliche Papier) sowie das Reinigungskissen oder den Reinigungsschwamm.
  2. Ist der Stempel sauber, also frei von Farbresten, Fusseln oder Fett? All diese Dinge können verhindern, dass der Abdruck gleichmäßig wird. Ich reinige vor dem Verwenden immer meine Stempel noch einmal, so bin ich sicher, dass sie gut zu verwenden sind. Das Gleiche gilt für die Acrylblöcke. Sind diese dreckig, haften die Stempel nicht mehr ideal und können sich beim Stempeln lösen. Hier reicht einmal unter Wasser mit Spülmittel abspülen und mit einem Mikrofasertuch trocknen.
  3. Probeabdruck geht immer. Bevor ich auf dem eigentlichen Material loslege, mache ich 1-2 Probestempel aus Schmierpapier, vor allem wenn ich den Stempel noch nie verwendet habe. Aufgrund des Produktionsprozesses befindet sich eine dünne Schicht auf den Stempeln, die zu Beginn verhindern kann, dass die Farbe gleichmäßig aufgenommen wird. Entweder man reinigt mit dem Stempelkissen oder stempelt 2-3 mal bis das Motiv gleichmäßig ist. Andere empfehlen, beim ersten Mal zuerst mit Versa Mark stempeln, dann aber den Stempel nicht zu reinigen und gleich in die Farbe gehen.

Auf den Druck kommt es an

So, jetzt möchten wir also unseren Stempel mit unserer Farbe einfärben.

einfach 2 -3 mal auftippen reicht um genug Tinte aufzunehmen!

Wer vorher mit anderen Stempelkissen gearbeitet hat, wird von der Stampin’ Up! Kissen positiv überrascht. Durch die Überkopflagerung und gutes befüllen sind die Kissen sehr saftig.

Es ist also nicht notwendig, das Kissen mit viel Kraft auf das Pad zu drücken. Im Gegenteil, dadurch versucht man auch den Rand und den Stempelblock. Ebenso muss der Stempel nicht in einer wiegenden Bewegung aufgedrückt werden. 2 -3 Mal mit leichtem gleichmäßigen Druck von oben reichen aus, um den Stempel gut mit Farbe abzudecken.

Geduld und leichter Druck auf Papier

Gleiches gilt auch beim Abdruck. Zuerst hilft es, sich folgendes zu überlegen: 1. Damit sich die Tinte gleichmäßig zwischen Stempel und Papier verteilen kann, braucht sie etwas Platz dafür. Somit reicht ein leichter, aber gleichmäßiger Druck auf das gesamte Motiv aus, es braucht auch hier kein hin und her wackeln. 2. Papier hat Poren, die benötigen etwas Zeit, um die Farbe gut aufzunehmen. Bei einem so feinporigen Papier wie von Stampin’ Up! geht das recht schnell, einfach 3 Sekunden kurz warten, bis man den Stempel wieder abhebt.

Stempelabdruck ohne Mühe
Mit leichtem Druck aufsetzten, kurz warten, gerade hochheben.

3. Das Papier kann ev. leicht anhaften, deswegen das Papier mit der einen Hand festhalten und mit der anderen den Stempel gerade nach oben hochheben.

Zu viel Farbe? Auch das gibt es!

Abdruck wirkt patzig? Mit dem Schwamm vorher abtippen hilft!

Oft hat man alles befolgt, aber das Ergebnis ist nicht einheitlich, sondern hat Flecken, vor allem bei größeren Flächen. Oft kann das daran liegen, dass die Kissen ZU saftig befüllt sind. Um unschöne Abdrücke zu verhindern, gibt es einige Tipps.

Zuerst schaut man mal auf den Stempel, wenn er mit Farbe bereit zum Stempeln ist. Sieht man darauf kleine Bläschen, so ist in der Tat zu viel Farbe darauf. bevor man jetzt aber die Farbe auf dem Schmierpapier hinterlässt, es hilft ein kurzer Trick, den ich euch auch schon bei den distinktiv Stempeln gegeben habe: Mit einem Schwämmchen (ich nehme hier gern die Fingerschwämmchen), kann man die ganzen Bläschen wegtupfen und so die Farbe wieder gleichmäßig verteilen. So geht die Farbe nicht verloren, sondern der Überschuss wird von abgenommen und kann anderweitig genutzt werden, z.B. um Ränder einzufärben.

Man kann natürlich auch am Kissen selber was machen: Die verschwenderische Lösung ist es. mit einem Küchenkrepp einmal auf das Stempelkissen zu drücken und so etwas von Überschuss abzuziehen. Aber dann ist die Farbe wieder für den Müllkübel. Besser ist es, den Farbüberschuss an der Oberfläche mit einer Kundenkarte (endlich mal ein gescheiter Nutzen dafür) von der Mitte aus mit leichtem Druck Richtung Außenränder zu schieben und dann das ganze in die umgekehrte Richtung. Wer keine Karte nutzen kann oder will, auch ein Löffel tut es auch, einfach den Löffelrücken in der gleichen Weise nutzen.

Hilfsmittel nutzen

Idealerweise macht man den Stempel nach jeden Stempeln sauber. So bliebt der Abdruck lange klar und das Material geschmeidig.

Bei den Klarsichtstempel ist die Perforiermatte immer dann hilfreich, wenn man bei den Probeabdrücken trotz aller oben beachteter Punkte das Abdruckergebnis Löcher aufweist.

Du bist wie ich und hast oft Probleme, per Hand gerade zu stempeln oder mit Mehr-Stufen Stempeln wirklich genau übereinander zu kommen? Dann ist eine Positionierhilfe das richtige. Wer gerade mit dem Stempeln anfängt, der kann im Internet unter dem Begriff “Stamp-a-majig” eine günstige Lösung finden. Ich selber bin aber jemand, der auch damit oft verwackelt, und verwende deswegen lieber den “Stamparatus“, eine Positionierhilfe, die in vielerlei Hinsicht auch Anfänger unterstützt. Dazu aber später mehr.

Ich wünsche euch tolle Abdrücke und viel Spaß beim umsetzten der Tipps! Das nächste Mal wenden wir uns dem Schneidebrett und dessen Pflege zu.

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